Der Aufstieg und der Absturz der Kurznachrichten

By isabella

Dezember 12, 2018

Als die ersten Handys auf den Markt kamen war es eine Sensation, nun konnte man sich mittels SMS Kurznachrichten in Textform untereinander zusenden. Musste man sich zuvor noch anrufen oder eine E-Mail am Computer versenden, die zumeist erst später gelesen wurden, konnte man sich von nun an in 160 Zeichen mitteilen oder seine Fragen stellen.

Allerdings konnten die Kosten je nach dem gewählten Netz sowie dem des Gegenübers dabei schon mal in die Höhe steigen, sofern man viele SMS versendete. Schreibwütigen Persönlichkeiten kam das Versenden mehrerer Kurznachrichten hintereinander dagegen zugute. So etablierte sich das gegenseitige simsen in den 90er Jahren, vorwiegend unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, äußerst rasant.

Kurz darauf, folgte mit der MMS sogar eine Möglichkeit um kleine Dateien wie Bilder untereinander zu versenden. Allerdings fand diese Möglichkeit weitaus weniger Beachtung vonseiten der Benutzer als im Vorfeld erwartet. Dies lag jedoch auch mit daran, dass je nach gewähltem Anbieter, die Kosten deutlich höher ausfielen als bei der SMS.

Auch die Preise, welche die Anbieter für das Versenden einer SMS verlangen, gingen mit der Zeit immer mehr zurück und die Zahl der versendeten Kurznachrichten stieg auch in Deutschland stetig an, bis zu einem Höchstwert von 59 Milliarden im Jahr 2012. Mehr SMS wurden in keinem anderen europäischen Land versendet.

Doch seitdem sank diese Zahl rapide ab, bis zu einem Tiefstwert von 12,7 Milliarden im Jahr 2016, dem tiefsten Wert seit dem Jahr 2000. Damals gab es die SMS auch gerade einmal seit etwa vier Jahren. Dagegen hat der jetzige Einbruch gänzlich andere Gründe.

Keineswegs schreiben die Menschen heute weniger miteinander, vielmehr hat sich das Geschehen von der SMS weg und hin zu den etlichen Messenger-Diensten verlagert. Da konnte es der SMS auch nicht mehr helfen, dass SMS-Flatrates mittlerweile zum Standard bei einem Großteil der Mobilfunk-Anbieter gehören. Doch bis auf vereinzelte Nachrichten an Freunde oder Familienmitglieder, die mit den heutigen technischen Möglichkeiten nicht zurechtkommen, oder für Verifizierungen, zum Beispiel im Rahmen des Online-Banking, hat die SMS ansonsten ausgedient.

Kein Wunder, ist es doch deutlich angenehmer über Messenger wie Whatsapp, Facebook oder ähnliche Dienste zu kommunizieren. Neben Textnachrichten in beliebiger Länge, lassen sich hierüber nämlich zudem auch Bilder, Videodateien oder Sprachnachrichten hin und her schicken und das komplett ohne das hierfür zusätzliche Kosten anfallen. Alles was der Benutzer heute noch benötigt, um mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben, ist eine funktionierende Internetverbindung.

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